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Breitfeld/Wiesenbach
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Kapelle St. Bartholomäus
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DIE ST.- BARTHOLOMÄUS - KAPELLE UND IHRE UMGEBUNG
Ersterwähnung: 876
Erbauung: 9./11. Jh.
Unter Denkmalschutz seit 1937
Wer
das einzigartige und älteste Kulturerbe des St.Vither Landes
besichtigen möchte, findet es in Wiesenbach, 2 km südlich der Stadt,
etwas versteckt unter uralten Lindenbäumen und umgeben von einer
naturbewachsenen Trockenmauer.
Symbiose von Natur und Kultur
Einige tausend Jahre waren nötig, um mit der altehrwürdigen Kapelle und
ihrem einzigartigen Umfeld eine außergewöhnliche Symbiose von Natur,
Kunst, Geschichte und Kult zu schaffen.
"Une perle rare"
"Eine seltene Perle ", sagte Königin Fabiola spontan bei ihrem Besuch
im Juni 1989. Tatsächlich verbirgt diese bescheidene, abseits gelegene
Kapelle mit ihrer auf Säulen ruhenden Vorhalle, ungeahnte, noch nicht
gänzlich erforschte Schätze von kulturellem und geschichtlichem
Wert. Im Jahre 1976 feierte die Dorfgemeinschaft
Breitfeld-Wiesenbach deren 1100-jähriges Bestehen. Wie zum
Dank für das wiedergefundene Interesse und die tatkräftige Sorge für
den Unterhalt enthüllte das fast vergessene Kulturerbe im Jahre
1982 eines seiner Geheimnisse. Bis dahin unbekannte, erstaunlich
intakte Wandmalereien wurden unter unzähligen Farbschichten
entdeckt. Zur gleichen Zeit kam ein auf Holz gemaltes
Bild unter einer Leinwand auf dem Altaraufbau zum
Vorschein. Es stellt die drei Patrone der Kapelle dar; den
hl. Bartholomäus, die hl. Luzia und den hl. Hubertus unter dem Kreuze.
In Pose und Darstellung fast identisch mit deren Statuen im Chor. Die
Fresken und das Altarbild übermitteln uns eine Menge über die
religiösen Vorstellungen und Kunstpraktiken der Menschen
unserer Gegend um 1480 und 1688.
Archäologische Ausgrabungen der Jahre 1996/97 bestätigten und
ergänzten in erstaunlicher Übereinstimmung geschichtliche
Erkenntnisse, die bis dahin eher als Vermutungen
beschrieben worden waren.
- In honore St Bartholomei -
In den vergangenen Jahrhunderten war die Kapelle als
Wallfahrtsort zu Ehren des hl. Bartholomäus, des Schutzpatrons der
Gerber und der Landbevölkerung, bekannt. Hierher pilgerte
man, um dem Heiligen für eine gute Ernte zu danken und vor allem
um Segen für die Saat und gute Erträge im kommenden Jahr zu
bitten. An seinem Kalendertag, dem 24. August, kamen die Bewohner
der umliegenden Orte prozessionsweise und brachten Naturalien, meistens
lebende Hähnchen, als Opfergabe mit. Da die Verehrer des hl.
Bartholomäus nur Bauern oder mit Landprodukten Beschäftigte ( wie
Gerber und Loharbeiter) waren, wurde nach dem Gottesdienst naturgemäß
über Getreide, Vieh, Wald und deren Nebenprodukte, Häute, Lohe und Saat
debattiert und auch Geschäfte abgeschlossen. Die Vorhalle
gestaltete sich zu einer Art Börse für Saatgut und andere Landprodukte.
Gerichtsstätte eines Hofes WISONBRONNA ?
Ein Zitat des Eifeler Geschichtsforschers Mich. Bormann
berichtet von anderen früheren Gepflogenheiten: " Hier selbst
versammelten sich nach alter unnachweislicher Sitte jährlichs auf
Bartholomäus-Tag die hohen Gerichtsherrn mit Mayer und Schöffen des
Gerichtshofs St.Vith, unter einer über die (antiken) Hügel errichteten
Laubhütte, wo sie durch ein Mittagsmahl das Fest beschlossen. Unter dem
Gerichtsherrn Philips von Baring 1793 wurde diese Feierlichkeit zuletzt
begangen"
Professor Neu hat die Vorhalle der Kapelle eingehend als Ort alter Gerichtsbarkeit beschrieben.
Ein Prekarievertrag aus dem Jahre 915 gibt erste Einblicke in frühe,
kaum erforschte Vergangenheit. Er belegt die Existenz eines fränkischen
Gutshofes WISON-BRONNA zwischen der alten Römerstraße
Köln-Bastogne-Reims und den Wasserläufen Our, Braunlauf Harne-(Enten-)
und Rebach (Eiterbach) und die Verbindung des Gebietes zur Abtei
Malmedy-Stavelot.
Sakrale Stätte bei der "Guten Quelle" WISI-BRONNA
Sobald man das Eisengitter des alten, die Kapelle umgebenden Friedhofes
durchschreitet spürt man regelrecht das Sakrale dieses " heiligen
Bodens". Uralte Lindenbäume und eine mit seltenen Pflanzen
überwucherte Umfassungsmauer lassen den heiligen Hain der Urvorfahren
erahnen. Der vorerwähnte Mich. Bormann wusste 1834 von 5 Tumuli
vor der Kapelle zu berichten. Die in alten Schriften überlieferte
Ortsbezeichnung WISON-BRONNA eröffnete Vermutungen zu einem
Quellheiligtum einer vorrömischen Fruchtbarkeitsgöttin, bzw. ubischen
Schutzgöttin Wisona. Die Christianisierung ersetzte den
heidnischen Kult durch den der hl. Luzia, der "Lichtbringerin des
Glaubens", und änderte die Ortsbezeichnung auf WISI-BRONNA die "Gute
Quelle" . Die Mundart formte den Namen WISEBESCH und das Deutsche
banalisierte auf WIESENBACH.
Der mit frommen Legenden ausgeschmückte Translationsbericht eines
Mönchs aus Malmedy beschreibt die geschichtlich belegte Übertragung der
Reliquien der Heiligenl Quirinus, Nicasius und Scubiculus im Jahre 876
von Frankreich nach Malmedy. Er belegt somit deren Übernachtung
in einem festen Bau in der "Villula WISI-BRONNA" und erbringt zugleich
die Ersterwähnung der Kapelle Wiesenbach.
Garanten für den Erhalt
Noch ist es ein Privileg der Einwohner von Breitfeld-Wiesenbach, ihre
Angehörigen im Schatten der Kirche begraben zu können. Noch sorgen die
Einwohner sich um den Erhalt und die Nutzung der sakralen Stätte. Diese
Umstände sind eine zusätzliche Garantie für den Erhalt dieses ältesten
und wertvollsten Kulturerbes der belgischen Eifel.
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| Aktuelles |
BLUTSPENDE Die nächste Blutspende findet statt am
Montag 08/09/08 von 17.30 - 20.15 Uhr,
im Kulturhaus Recht
Infos unter 080/22.76.66 |
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| Ausflugtipp |
Stadtführung "Streifzug durch die Geschichte St.Viths" Treffpunkt: jeden Sonntag um 10.30 Uhr "Am Büchelturm"
Kostenbeitrag: 2,50 € pro Person, Kinder bis 12 frei
Dauer ca 1 1/2 Stunde
Anmeldung nicht erforderlich! | Gästeschießen in Rodt Jeden Sonntag ab 10:00 Uhr auf Voranmeldung. mehr Infos |
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